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Superbulle Scout24

| Quelle: finanztreff

Scout24 hat ein turbulentes Jahr hinter sich: eine gescheiterte Übernahme durch Finanzinvestoren, der Einstieg des aktivistischen Investors Elliott und den Verkauf seiner Ableger AutoScout24 und Finanzcheck. Ein Auf und Ab für die Aktionäre – obwohl die Aktie nur eine Richtung kennt.

Über Langeweile konnten sich die Anleger von Scout24 2019 wirklich nicht beklagen. Der Betreiber von Portalen für Immobilien, Auto und Finanzen geriet mehrfach in den Mittelpunkt des Interesses. Allerdings weniger durch seine gute Geschäftsentwicklung mit zweistelligen Wachstumsraten, sondern, weil gleich mehrere Finanzinvestoren das Unternehmen ins Visier genommen hatten.

Übernahme durch Finanzinvestor scheitert (teilweise)

So versuchte Hellman & Friedman zusammen mit Blackstone Scout24 zu übernehmen, scheiterte jedoch: Im ersten Anlauf noch am Widerstand von Scout24, beim zweiten Versuch an der Widerspenstigkeit der übrigen Aktionäre.

Doch der Finanzinvestor kam schlussendlich doch zum Zug, allerdings anders als zunächst gedacht: So entschied sich Scout24 zum Jahresende, seine Portale AutoScout24 und Finanzcheck für 2,9 Milliarden Euro an Hellman & Friedman zu verkaufen. Der Abschluss der Transaktion steht für die erste Jahreshälfte 2020 an.

Hedgefonds Elliot sorgt für Sonderausschüttung

Damit beugte sich Scout24 auch einem anderen Investor: Dem aktivistischen Hedgefonds Elliott, der im Zuge der gescheiterten Übernahme auf den Plan getreten war und sich bei den Münchnern einkaufte. Er forderte Scout24 auf, das Portal für den Autohandel zu verkaufen und sich auf Immobilienscout24 zu konzentrieren. Gewinner sind die Aktionäre, denn Vorstandschef Tobias Hartmann will einen Teil des Gewinns an die Anleger ausschütten. Dabei wurde zuletzt über eine Summe von mehr als einer Milliarde Euro spekuliert.

Im Immobiliengeschäft arbeitet Scout24 deutlich profitabler als in der Autosparte. So hatte das Unternehmen zuletzt prognostiziert, dass die operative Marge des Immobilienportals 2020 mit bis zu 65 Prozent um 18 Prozentpunkte höher ausfallen werde als die von Autoscout24. Insgesamt laufen die Geschäfte des Internetportalbetreibers rund. So verzeichnet der Konzern zweistellige Wachstumsraten.

Margenentwicklung verunsichert – doch Wachstumskurs bleibt

Für das vergangene Geschäftsjahr hatte Scout24 seine Investoren zuletzt in puncto Margenentwicklung jedoch etwas verunsichert. So hieß es bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal Anfang November, dass man davon ausgehe, "mindestens das untere Ende" der prognostizierten Bandbreite von 52 bis 54 Prozent für die Ebitda-Marge aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit zu erreichen.

Der Umsatz sollte um 15 bis 17 Prozent zulegen. Scout24 will an diesem Mittwoch (19. Februar) seine vorläufigen Zahlen für 2019 vorlegen. Auch mittelfristig will der Konzern weiterwachsen.

Analysten sind überwiegend bullish

Die Experten stehen Scout24 wohlwollend gegenüber und empfehlen die Aktie mehrheitlich zum Kauf. Vor allem der Verkauf der Auto- und Finanzportale kommt gut an. Die Konzentration auf den großen und vielversprechenden Immobilienmarkt schärfe das Profil, verbessere die Berechenbarkeit der Entwicklung und senke Risiken, kommentierten etwa Analysten der französischen Großbank Societe Generale den Schritt.

Aktie im Rallyemodus

Die Aktie von Scout24 -3,00% prescht von Rekord zu Rekord. Mit über 65 Euro kostete die Aktie zuletzt so viel wie nie. In den vergangenen zwölf Monaten sprang der Kurs um mehr als die Hälfte nach oben, das Unternehmen belegte damit einen der vorderen Plätze im Mittelwerteindex MDax.

Und auch in diesem Jahr geht der Anstieg weiter. So hat die Aktie seit Jahresbeginn um rund 10 Prozent zugelegt. Auch langfristig gehört das Papier zu den Gewinnern. Seit dem Börsengang Anfang Oktober 2015, als Scout24 mit einem Emissionspreis von 30 Euro debütierte, hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Die Marktkapitalisierung sprang auf fast 7 Milliarden Euro.

Mit Material von dpaAFX.
Im Artikel erwähnt
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