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XETRA-SCHLUSS/Weichen stehen zunächst auf seitwärts

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Am deutschen Aktienmarkt setzte sich am Dienstag keine einheitliche Tendenz durch. Der DAX fiel um 0,3 Prozent auf 13.033 Punkte, TecDAX und MDAX konnten sich dagegen erholen. Wahrscheinlich sei nun erst einmal eine Seitwärts-Phase mit hohen Ausschlägen über dem Montag-Tief bei 12.960 Punkten, sagten Marktteilnehmer zum DAX. Dort hatte der DAX am Montag einen zumindest vorläufigen Boden ausgebildet, nachdem er zuvor innerhalb weniger Tage um gut 560 Punkte zurückgekommen war.

Kaum gestützt wurde die Stimmung von starken deutschen Wachstumszahlen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal um 0,8 Prozent und damit deutlich stärker als die erwarteten 0,6 Prozent. Das trieb allerdings auch den Euro, der auf 1,1770 Dollar anzog und so die Stimmung für die Export-Titel belastete. Am Anleihenmarkt veränderten sich die Kurse weiterhin nur wenig.

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RWE-Zahlen erfüllen die Erwartungen - Unsicherheitsfaktor Jamaika

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Daneben stand immer noch die Berichtssaison im Blick. Trotz Zahlen, die sich im Rahmen der Erwartungen bewegten, verlor die RWE-Aktie 5,6 Prozent. Nach der heftigen Gewinnwarnung von EdF, die zu Wochenbeginn den Versorgersektor belastete, hatten sich Händler zunächst auf eine positive Aktienreaktion eingestellt. Allerdings stellen für RWE die laufenden Koalitionsverhandlungen einen Unsicherheitsfaktor dar. Die Grünen wollen bis 2020 möglichst viele mit Kohle befeuerte Kraftwerke abstellen, damit Deutschland seine ehrgeizigen Klimaziele doch noch erreichen kann.

Infineon stiegen dagegen um 2,7 Prozent. Die Entwicklung in der wichtigen Automotive-Sparte hat zwar enttäuscht - sowohl beim Umsatz als auch bei den Ergebnissen. Allerdings sei dies vornehmlich auf negative Währungseffekte zurückzuführen. Positiv wurde aufgenommen, dass Infineon im neuen Geschäftsjahr das Wachstumstempo halten will. Für das Henkel-Papier wiederum ging es kräftig um 4,3 Prozent nach unten: Der Umsatz hat die Erwartungen nicht erfüllt, genausowenig wie das bereinigte EBIT.

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Starke Zahlen von United Internet und Drillisch - Gewinnwarnungen von Nordex und Centrotec

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Als stark bezeichnet wurden die Zahlen von United Internet (plus 3,5 Prozent) und Drillisch (plus 0,9 Prozent). United Internet habe vor allem beim Gewinn noch besser als erwartet abgeschnitten. Gute Beiträge zum Umsatz- und Gewinnwachstum lieferten die neu mitkonsolidierten Drillisch und Strato.

Negativ wurden die Zahlen und die gesenkte Prognose von Nordex im Handel aufgenommen. "Nach Vestas hatte man damit schon gerechnet, weil das Branchenprobleme waren", sagte ein Händler. Größter Negativfaktor bei Nordex sei der sehr schwache Auftragseingang. Nordex verloren 3,5 Prozent. Nach einer Gewinnwarnung brachen Centrotec dagegen mit Abschlägen von knapp 12 Prozent massiv ein. "Das bestätigt die Befürchtungen über zu sehr gehypte Themenmärkte wie effizientere und erneuerbare Energien", sagte ein Händler.

Nach positiven Analystenstimmen rückten Deutsche Pfandbriefbank um 2,3 Prozent vor. Jungheinrich stiegen mit einer Kaufempfehlung durch Warburg um gut 5 Prozent.

Im TecDAX markierten Compugroup neue Rekordstände: Sie gewannen gut 6 Prozent auf 55 Euro, nachdem sie bereits am Montag sehr fest auf die Zulassung für die Versorgung von Arztpraxen mit Informationstechnologie zur Patientenverwaltung reagiert hatten.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 94,2 (Vortag: 105,0) Millionen Aktien im Wert von rund 3,65 (Vortag: 3,92) Milliarden Euro. Es gab elf Kursgewinner und 19 -verlierer.

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INDEX zuletzt +/- % +/- % YTD
DAX 13.033,48 -0,31% +13,52%
DAX-Future 13.032,00 -0,42% +13,97%
XDAX 13.034,99 -0,55% +13,87%
MDAX 26.358,85 +0,29% +18,79%
TecDAX 2.491,48 +0,86% +37,52%
SDAX 11.698,41 +0,92% +22,89%
zuletzt +/- Ticks
Bund-Future 162,38 33
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Kontakt zum Autor: trade.de@dowjones.com

DJG/hru/cln

END) Dow Jones Newswires

November 14, 2017 11:48 ET (16:48 GMT)

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Im Artikel erwähnt
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